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Top 50 Herr der Ringe

Waldgeflüster 11
Alltime Greatest


Willkommen zur Waldgeflüster 11


Eigentlich eine vorweihnachtliche Ausgabe, aufgrund der Probleme mit der Webseite dürfte sie den meisten Lesern wohl erst im neuen Jahr zugänglich sein.


Bedauerlich, aber wohl leider nicht zu ändern.


Ansonsten habe ich in der letzten Ausgabe drei Dinge angekündigt. Leider kann ich nur zwei davon auch wirklich bringen. Und zwar habe ich einen, meiner Ansicht nach sehr guten, Artikel aus der amerikanischen „Whispers of the Woods“ übersetzt. Leider kann ich den Autor momentan nicht nennen, da ich mein Original verliehen habe – und es seitdem nicht wieder bekommen habe. Aber das werde ich nachholen! Außerdem habe ich eine nette Ansammlung von häufig gestellten Fragen zusammengestellt. Leider nichts Neues kann in indeß zum vierten Zeitalter sagen. Die Übersetzung ist abgeschlossen, aber leider sind immer noch nicht alle Texte Korrektur gelesen, weswegen es sich eben doch noch etwas länger hinauszögert. Aber irgendwann in naher Zukunft wird es wahr werden.


Dann gibt es noch eine neue Rubrik, die ich bereits in den Auswertungen angekündigt habe: Die Alltime Greatest. Noch ist es einfach, sich dort zu verewigen, aber ich bin mir sicher, mit jeder beendeten Partie wird es dort Änderungen und neue „Höchstleistungen“ geben. Aber lassen wir uns überraschen.


Den Freizug für den besten Artikel geht diesmal an Heiner Kössler für seine interessanten und aufwendigen Berechnungen bezüglich der Problematik „Entführen – Ermorden“.


Ansonsten war’s das von meiner Seite, ich wünsche Euch allen ein frohes Fest, `nen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2000!


Euer Sebastian


Das Ende

(von Partie 3)


"Herr, Herr, es ist unglaublich: Ihr müßt sofort mitkommen!"


Marschall Telumethar blickt von seinem Kartentisch auf, auf dem seine Militärplanungen des letzten Jahres durch die zuoberst liegende Karte offenbar werden: Es handelt sich um den Stadtplan der Bergfestung Olbamarl. Seine Brauen runzeln sich, als er die Störerin anfährt: "Verdammt, ich suche gerade nach dem Platz für die Unterkünfte unserer fünften Armee. Na, Armee, vielleicht täuscht es den Feind ja ebenso wie uns, daß neuerdings eine Hundertschaft Orks als riesige Armee gemeldet wird. Wer glaubt schon so etwas? Also, was gibt es so Wichtiges?"


"Abordnungen aus Gondor und dem Norden, Herr, sie wollen ..."


"Was?! Müssen wir uns jetzt auch noch verhöhnen lassen? Nicht genug, daß ihre Aufwiegler und Spione sich bei uns eingenistet haben und mit ihrer Anzahl schon den Ratten den Platz in der Dunkelheit streitig machen - jetzt müssen sie sich auch noch über uns lustig machen? Wirf´ sie ´raus, das tue ich mir nicht an!"


"Nein, Herr, sie wollen kapitulieren!"


Kurze Zeit spiegelt sich die Verwirrung in den Zügen des Marschalls, um dann langsam einem Grinsen und Lachen Platz zu machen. "Haha, welch ein Spaß. Jetzt geht es mir besser, das war zur rechten Zeit. Manchmal muß man einfach daran erinnert werden, daß es uns noch nicht so schlecht geht, wie es den Anschein hat. Sind wir doch immerhin Besitzer dieser uneinnehmbaren Festung im Ringwall Mordors, die noch kein feindlicher Fuß betreten hat. Und von der Existenz des geheimen Zugangstunnels werden diese Nasen bestimmt nichts wissen, darüber gibt es selbst in den Archiven der Elben keine Informationen - wußten wir es doch selbst nicht, bis ... halt, das geht auch meine treue Generalin nichts an."


Nun war es an der als Generalin titulierten Orkfrau zu grinsen. "Generalin. Hehehe. Früher hätte man Searge gesagt, bei einer Hundertschaft unter einem! Egal, Ihr wurdet schon informiert über das Duell?" Telumethars Züge bleiben unverändert, und so setzt die schwergerüstete Orkfrau fort: "Generalin Mulkhaba ließ wie ja jetzt schon andere vor ihr nach einem der stadtbekannten Subjekte, einem gewissen Gwanyr, Ausschau halten und ihm die Nachricht überbringen, daß sie ein ehrenvolles Duell mit Geleitszusage suche. Da wir ihn ja auf der Liste hatten, war es nicht schwer, ihn ausfindig zu machen. Und das seltsame daran: Er nahm die Forderung an."


Erneut schien der Krieger sein Erstaunen nur schwer verbergen zu können: "Aber das haben sie doch seitdem ich, wie hieß er, ach ja Aeorl erschlagen habe, nicht mehr gemacht?"


Unbeirrt erzählt die Orkfrau weiter: "Natürlich hatte er keine Chance. Wie von seinen Leuten beschrieben, hatte der alte Mann schon eine Glatze, und er kämpfte nur mit Dolchen. Mulkhabha erschlug ihn mühelos. Als er am Boden sein Leben aushauchte, sagte er zuletzt: ´Es ist sowieso vorbei!´ Und genau in diesem Moment riefen die Torwachen, daß Besuch gekommen sei. Und tatsächlich, eine stolze Abordnung aus allen möglichen Königreichen jenseits des Walles war gekommen und verlangte mit Dir zu sprechen. Um Dir zu huldigen, Herr! Wir haben gesiegt!!"


"Das kann ich nicht glauben: Heute morgen waren die Abdas da, und Abdahkil -oder war es Abdakhil? - berichtete mir allein von 4 Leuten, die er jetzt in der kurzen Zeit als Kollaborateure enttarnt hatte. Und der Rest seiner Agenten wußte natürlich von rein gar nichts, das war bestimmt nur die Spitze des Eisbergs nach seiner Einschätzung. Da kapituliert man doch nicht, wenn man, wie die Nordmenschen, sich seit Monaten erfolgreich in der Hauptstadt des Feindes aufhält."


"Herr, was soll ich lang reden, hört sie selbst an."



Zwei Stunden später steht Telumethar am Fenster in seinem Turm am Eck der Festungsanlage und blickt nachdenklich über die vom Herbstregen und Nebel schemenhaft verzerrten Berge hinaus. Tatsächlich hatten die Diplomaten im Namen der Freien Völker Sauron als Meister gehuldigt und Telumethar als seinem mächtigsten Repräsentanten die Schlüssel der Hauptstadttore überbracht. Zwar waren keine Elben mehr anwesend, aber das war nicht weiter erstaunlich, sie waren schon lange nicht mehr im Süden gesehen worden.


Das hätte er sich nie zu erträumen gewagt. Kurz nach dem erfolgreichen Duell des Eiskönigs Hoarmurath mit dem Sohn des nordgondorianischen Königs Telumehtar und der Vernichtung von dessen Armee hatte sein Vater ihn umbenannt - daß nach der Schreibweise der Dunadan das ´h´ an eine andere Stelle gehörte, wußte der Vater noch nicht - und in die Dienste des Ringgeists gesteckt. In kurzer Zeit war er zum tüchtigsten Heerführer des Eisigen Königs aufgestiegen, hatte manche Schlacht gewonnen und zuletzt nur noch Niederlagen einstecken müssen. Und zu allem Ende hatte er machtlos mit ansehen müssen, wie Südgondor und die Nordmänner die mächtigen Mauern von Durthang ohne Gegenwehr niederreissen konnten.


Und den Moment, als Hoarmurath seine letzten Getreuen zu sich rufen ließ, bevor sie sich zur letzten verbliebenen Stadt aufmachten, würde er ebensowenig vergessen. Hatten sie doch mit ihrem Blut auf dem bereits halbzerstörten Dunklen Altar ewige Waffentreue schwören müssen, bis in den Tod. Unter dem Ringgeist und dessen Zuversicht war es auch noch einfacher gewesen, aber nach seinem Tod von unbekannter Hand - auch wenn es wohl dieser Castamir gewesen war - fiel es ihm schwer, das Ruder an sich zu reißen. Wer einen gutbewachten Ringgeist ermorden kann und dabei noch fast die Wächter mit ins Grab reißt, wer soll den aufhalten?


Da aber keiner der alten Garde aus den Ithilpaßkriegen mehr am Leben war und nur einige aus Sympathie deren Namen angenommen hatten, wer sollte da die Führung übernehmen, wenn nicht Hoarmuraths wichtigster Heerführer? Und war es nicht sein eigener genialischer Einfall, mit Truppenpräsenz die feindlichen Agitatoren in Olbamarl auszuschalten? Jetzt steht die Bevölkerung wieder so treu zu ihm wie nie zuvor, darauf war Verlaß. Zwar hindern sie nur manche der feindlichen Agenten an ihren Aktionen, aber sie verraten zumindest fast alle Namen. Und dann kann man sie aufsuchen und ihnen einflüstern...


Tja, dann habe ich also mit einer Stadt , einem Dorf und drei Lagern nach über 5 Jahren den Krieg gewonnen. Da fragt man sich schon, wieso es bei den Feinden so lange gedauert hat, das einzusehen? Unfaßbar, man hat das Ende fest im Blick und kämpft nur aus Tradition und für den Treueschwur an eine Geisterleiche weiter, und dann das. Zwei Handvoll Assassinen, etwas grünes Gemüse und eine taugliche Magierin waren die Sieger! Gut, ohne die Feststellung der Besitzer der Artefakte hätte man etwas vorsichtiger zu Werke gehen müssen, aber daß die mächtigen Agenten des Feindes nicht ihrerseits bewacht wurden? Eines nach dem anderen lokalisierte die gute Nuugha Zurb, und eines nach dem anderen verloren die Nordmänner.


Doch was sind schon Artefakte bei derartiger Überlegenheit in Personenzahl? Der Einzige, der noch mitkämpfte, war der Feuerkönig gewesen, und ihm konnte man auch nicht helfen mit den verbliebenen Ressourcen. Oder gab es da noch welche, von denen er nichts wußte? Wohl kaum, betrachtete man die Karte.


Jetzt gibt es also nur noch eine wichtige Frage: Gehe ich zum eingerissenen Barad-dur und zum Orodruin oder regiere ich die Welt in seinem Namen, ohne ihn zu fragen?








Earnils Tagebuch (ME10)

von Heiner Kössler


Kaum waren die Kämpfe um Morkai in Angmar beendet, die Befestigungsanlagen komplett geschliffen, das Dorf in Flammen, durchfuhren heftige Krämpfe und Zuckungen Earnils Körper. Er hatte in den frühen Morgenstunden den Befehl zur Zerstörung des Dorfes gegeben. Unbekannte Mächte wollten ihm nun böses. Nach drei mächtigen Verwünschungen erlosch das Leben in Earnil, dem Paradegeneral von Hallas. In seinem Nachlaß fand sich auch ein Tagebuch, mit dessen Hilfe nun seine Geschichte im Krieg rekonstruiert werden konnte.


Wintereinbruch 1650.

Earnil kommandiert eine kleine Truppe im Westen von Cardolan. Seine erste Aufgabe ist es, Lager zu errichten und nach Osten zu ziehen. Eine Gründung ist erfolgreich. Dann wird er nach Tharbad beordert, da Hallas mit großer Sorge auf Dunland blickt. Alle Diplomaten, die mit freundlichen Botschaften dorthin gereist waren, waren nie zurückgekehrt. Als dann auch noch eine neutrale Armee auf der Straße vor der dunländischen Hauptstadt gesichtet wird, bekommt Earnil mit seinen 2000 Mann gemischten Truppen den Marschbefehl nach Dunland. Auf der anderen Seite der Brücke angelangt, wird er von zwei großen dunländischen Armeen gestoppt, die scheinbar im Handstreich Tharbad nehmen wollten. Eiligst werden jetzt alle Armeen nach Tharbad beordert und die Verbündeten um Hilfe gerufen. Elrond schickt Gaerdae mit 2600 Mann, schwere und leichte Infanterie und Bogenschützen. Argeleb II schickt Bondan aus Fornost Erain mit 500 schweren und 600 leichten Kavalleristen. Begeistert werden die Truppen in Tharbad empfangen und in den Straßen bejubelt.


Earnils Truppe wird abgeschrieben, Earnil gar schon nach Cardolan zurückbeordert. Da passiert das Wunder: Die dunländischen Armeen ziehen weiter ohne anzugreifen und bloß eine kleine dunländische Armee rückt nach. So erobert Earnil das Dorf Nin-in-Eilph und feiert mit seiner Armee ein rauschendes Fest, da sich über 20 000 Einheiten Nahrung in dem Dorf befinden.


Die gesamte dunländische Streitmacht, bestehend aus 1500 schwerer und 900 leichter Kavallerie, sowie 2800 gemischten Fußtruppen stürmt in Tharbad in den gelegten Hinterhalt und wird komplett vernichtet. Ein kurz danach erfolgter Angriff der Rhudaur konnte vor Metriath ebenfalls abgeschlagen werden, diesmal allein mit cardolanischen Truppen Auch Nord-Gondor unternimmt nun Schritte gegen Dunland. Gemeinsam wird Larach Duhnnan angegriffen und zerstört. Enion wird gefangengenommen.


Earnils Truppe besteht jetzt nur noch aus 256 schweren Infanteristen, 77 Bogenschützen und 154 Milizen und wird nach Tharbad zurückbeordert. Dort werden der Armee frische Kräfte angeschlossen. Nachdem der Truppe ein paar Tage Ruhe vergönnt waren, kommt der Einsatzbefehl nach Rhudaur. Dunland gilt als besiegt und nun will Hallas die Dunklen Diener in Eriador von Süden her aufrollen. Die Zwerge und die Arthedain haben im Kampf gegen Rhudaur bereits einen Anfang gemacht. Nach verschiedenen Scharmützeln sind Zwerge und Arthedain bei einem großen Showdown in Fennas Drunin erfolgreich.


Die cardolanischen Kräfte stoßen nun nach. Ritter Hainrick und Kapitän Rijko machen einen Anfang und vereinen sich in Thuin Boid mit Earnils 1600 nunmehr fast ausschließlich schweren Infanteristen. Den zusammen 4000 schweren Infanteristen kann der Rhudaur nichts gleichwertiges entgegenstellen, und so fällt die Hauptstadt Cameth Brin nach dem gemeinsamen Angriff mit den Zwergen und den Noldorelben in cardolanische Hände. Aus dort vorgefundenen 6000 Holz werden 12 Kriegsmaschinen gebaut.


Die verbliebenen 2500 schweren Infantristen werden nach Angmar beordert, doch wird die Truppe zunächst in Penmorva, einer nun dunländischen Kleinstadt mit Turm aufgehalten. Schließlich wird das Dorf Shedûn erreicht und zerstört. Hier wird Earnil zum ersten Mal Opfer mysteriöser Flüche, überlebt jedoch knapp und rettet sich und die Armee zunächst nach Mt. Gram. Dieses war zwischenzeitlich zur neuen Hauptstadt des noch lebendigen Dunland gekürt, dann aber durch gezielte Propagandamaßnahmen von Argeleb des II Diplomaten zu Arthedain übergelaufen. Aus Cardolan trifft reichlich Proviant ein und wird von der ausgehungerten Truppe gierig entgegengenommen.


Nun überlegt Earnil. Wie soll es weitergehen ? Die Zwerge sind nach einer Periode des Umherirrens zu einem Angriff auf ihre ehemalige Siedlung Zarak-Dûm aufgebrochen. Eine cardolanische Beteiligung scheint nicht notwendig. Argeleb II liefert sich Scharmützel mit dem Hexenmeister in Carn Dum. Eine Hilfe dort wäre sicher willkommen. Allerdings ist eine kleine Armee des Drachenherrn über Goblin-Gate nach Rhudaur eingefallen, Lindwürmer mit sich führend. Was, wenn die Truppe die Zwergen angreift ? Sicherlich würden die Zwerge die kleine Armee in Grund und Boden stampfen, doch die Drachen würden ebenfalls keinen Zwerg am Leben lassen. Daher entschied Earnil, werde er sich schützend vor die Zwergenarmee unter Führung von Bain I werfen und die Drachenherrarmee angreifen. Notfalls werde er im Gewaltmarsch bis Cameth Brin ziehen, bis er diese Armee anträfe. So brechen die nunmehr 1845 Söldner munter und mit hoher Moral in Mt. Gram auf. Es geht Richtung Cameth Brin. Unterwegs fragt Earnil immer wieder, ob denn eine Drachenherrarmee gesichtet sei. Doch weder die ausgerittenen Boten noch der Haupttroß der Armee berichten ihm von größeren Verbänden. Als er schon denkt, die Drachenherrarmee sei gar nach Westen aufgebrochen, kommt ein Offizier mit einer Meldung. "Herr General, vor ein paar Stunden trafen wir auf einem Feld ein Gruppe von Leuten. Sie schienen auf der Reise zu sein, und so ein Typ mit Hörnern schien sie anzuführen. Er sah ganz furchtbar krank aus. Das waren ganz sicher dunkle Gesellen. Als wir uns anschickten, sie niederzumetzeln, trat ein Magier hervor und schwang große Worte. Sowas könnten wir doch nicht machen. Sein Name sei "Zäledring" oder so ähnlich und das kleine Häuflein sei eine "Armee". Wir sollten alle Regeln der Kunst einhalten: Er wolle eine Duellforderung aussprechen und wir sollten eine Taktik wählen. Ein ganz furchtbarer Drache, der nur noch nicht bereit sei, wolle auch noch an der Schlacht teilnehmen. Schließlich wolle er noch einen Zauber sprechen. Naja, wir haben diesem Gebrabbel jedenfalls keinen Glauben geschenkt, haben unsere Schwerter gezogen und kurzen Prozeß gemacht. Da Sie ja angeordnet hatten, meine Jungs zu großer Eile zu bewegen, sind wir direkt weitermarschiert und ich melde diesen Vorfall erst jetzt." Mit einem freudigen Lachen auf dem Gesicht trifft Earnil in Cameth Brin ein. Die Bevölkerung winkt ihm freudig zu, ist sie doch heilfroh über ihre Befreiung aus den Klauen Saurons. Die Rhudaur sehen Arfanhil nunmehr als eine Schlangenzunge an, der Rhudaur an Sauron unter Verrat am Volk und an den freien Völkern verkauft hat. Sie sind froh, jetzt im Cardolanischen Reich zu sein. Hier in Cameth Brin hat Earnil nochmal eine glückliche Zeit. Schon seit längerem ist ihm ein Leibwächter zugeteilt, der ihn beruhigt schlafen läßt. Seine Wunden aus diesen Hexenzaubern heilen. Es ist Sommer, der Wald steht in vollem Grün und duftet herrlich. Hier könnte man verweilen.


Doch Hallas plant anders. Die Zwergenoffensive gegen Zarak-Dum ist komplett gescheitert, nachdem die großen Zwergenfeldherren Azaghal und Falin im Duell gegen Murazor sterben und Bain I verflucht wird. Da Rhudaur durch das massive Rekutrieren der Noldorelben in Imladris, wo scheinbar nun weniger gesungen als exerziert wird, geschützt scheint, soll Earnil mit seinen Mannen eine weiteres Mal nach Angmar ziehen.


Earnil quält sich nun mit Gedanken an diese furchtbaren Flüche, die selbst den Zwergenkönig Bain I dahingerafft hatten und deren Grausamkeit er am eigenen Leib schon hatte spüren müssen. Liegt es nicht nahe, daß es diesmal kein Zurück gibt? Kein Zurück nach Cardolan, zu seiner Familie, zur Küste? Doch dann packt ihn der eiserne Wille für Cardolan noch einmal in diese Schlacht zu ziehen. Den Hexenmeister aus Eriador zu vertreiben, das ist sein Ziel. Und wenn er sein Leben lassen muß, so wird ein anderer für ihn aufstehen und dieses Ziel vollenden.


Ausgerüstet mit weiteren Kriegsmaschinen und Nahrung trifft die Armee nach 2 Wochen in Morkai ein. Hier wird Durkarian gesichtet, aber nicht weiter beachtet. Zarak Dum, welches inzwischen zur Stadt gewachsen war, liegt direkt im Gebirge über dem Dorf. In zwei Wochen würde man da sein, und die schlimme Trollzucht dort beenden. Doch Earnil weiß, daß sein Ende naht. Zu gut kennt er inzwischen den Hexenmeister und seine Tricks. So gibt er dem 2. Kommandanten Aethelan den Befehl, nach Zarak Dum zu marschieren, komme was wolle. Und er solle sich vor Duellen hüten. Schließlich überläßt er ihm sogar noch seinen Leibwächter und geht seinem Schicksal entgegen. Während noch die letzten Häuser brennen und die Glut reinigende Kraft über Angmar bringt, träumt Earnil von einem friedlichen Leben in

 

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